INTRODUCING: cottonBox Leipzig

lola
|
featured
Skandinavische Mode im Herzen von Leipzig.
cottonBox

Schön und gut, die Sache mit den großen Modehäusern. Dort bekommt man die aktuellen Trends rasend schnell vom Laufsteg auf die Kleiderstangen serviert und das zu oftmals unschlagbar günstigen Preisen. Über die Produktionsbedingungen, die Nachhaltigkeit und den Einheitsbrei lässt sich hingegen wirklich streiten und insgeheim weiß jeder von uns, dass das alles nicht das Gelbe vom Ei sein kann. Umso schöner ist es dann, wenn man in der eigenen Stadt Geschäfte entdeckt, die einen eigenen Weg gehen. Kleidung und Modelabels anbieten, deren Produktionsweg nachvollziehbar ist, die man in der Form womöglich nur in Großstädten unter die Finger bekommen würde oder sogar nur in Skandinavien. Die darum auch ihren Preis haben.

 

Diesen Weg geht seit 2009 auch die cottonBox in Leipzig, ein kleines, aber feines Modegeschäft im Herzen der Südvorstadt. Betritt man den Laden, wird man von unfassbar netten Mitarbeitern begrüßt und es läuft Musik von Twin Shadow oder When Saints Go Machine im CD-Player. Zu Hause fühlen sich hier Labels wie Wood Wood, Second Female, Prim I Am, Denim Demon, Patrick Mohr, QHUIT, April77 oder Homecore. Außerdem gibt es hier wechselnde Ausstellungen von unterschiedlichen Künstlern der Malerei, Fotografie und Kalligrafie zu sehen. Vor kurzem habe ich mich mit dem Shopbesitzer Kay getroffen, der für SM ein bisschen erzählt hat. 

 

Wie fing das damals alles an mit Cotton Box und welche Idee steckt dahinter?

Angefangen hat alles im September 2009. Ich hatte noch einen Skateshop und wollte neben diesem noch einen Laden machen, der mehr meiner Persönlichkeit entspricht; Streetwear und Fashion anbietet abseits der großen Ketten. Die Idee war es, Labels nach Leipzig zu holen, die nicht bekannt waren und/oder nicht in Leipzig zu bekommen sind.

 

Innerhalb dieser drei Jahre hat sich euer Angebot vom reinen Streetstyle hin zur skandinavischen Mode ja recht gewandelt. Gab es einen Grund für diese Entwicklung?

Den Streetstyle haben wir noch immer. Zusätzlich gibt es aber nun den skandinavischen Style, gepaart mit Fashion aus dem Raum rund um Kopenhagen. Ich war im Sommer 2010 das erste Mal auf einer Messe in Schweden und Dänemark unterwegs und habe bei meinem Trip viele schöne Brands gefunden, die mir gefallen haben und die das Gesicht der cottonBox bis heute prägen. Durch die Entwicklung, welche die Brands durchmachen, gibt es einige, die nicht mehr zu uns passen und einige, die immer mehr die Art der cottonBox in sich tragen.

 

cottonBox

Welches ist dein derzeitiges Lieblingsstück im Shop?

Ein richtiges Lieblingsstück gibt es nicht. Mir gefällt alles im Shop, sonst hätte ich es nicht im Sortiment. Besonders aber gefallen mir die Sachen von YKIKI Copenhagen und SECOND FEMALE.

 

Wo holst du dir Inspiration für den Shop und dessen Sortiment?

Inspiration sind für mich die Straßen der skandinavischen Metropolen und natürlich die Messen in den Metropolen. Auch Leipzig ist eine Stadt, wo ich mir Inspiration hole: Wie die Leute angezogen sind und wie sie die Sachen, die sie tragen, kombinieren. Leipzig ist großartig. Es gibt aber auch immer kleine Geheimtipps, die man von Freunden bekommt.

 

Nach welchen Kriterien wählt ihr die Sachen aus, die dann in eurem Laden hängen? 

Es gibt viele Kriterien, die bei der Auswahl der Brands bei mir eine Rolle spielen. Neben dem Design und der Tragbarkeit ist es die Verarbeitung und das Material, die entscheidend sind. Fast alle Produkte, die wir anbieten, sind organic Materialien und bis auf einige Ausnahmen auch in Europa produziert. Daraus resultiert der höhere Preis der Sachen. Unsere Reklamationsrate ist sehr gering, was unseren Kriterien auch recht gibt. Ich versuche immer wieder, den Leipzigern neue Brands, die mich mit ihrer Nachhaltigkeit überzeugen, näher zu bringen. 

 

 

Welche Trends seht ihr für Frauen und Männer in der Saison SS13?

Der Sommer 2013 wird bunt und extravagant. Für die Frauen wird es wieder fließende Stoffe geben, die mit Farbverläufen versehen sind. Batik-Style ist auch ein ganz großes Thema. Neben farbenfrohen Leggins und sehr schön gemusterten Strumpfhosen wird der Rock in allen Formen und Varianten eine Wiederbelebung erfahren. Für die Männer wird es schöne Kombinationen aus Hemd und Shorts in der gleichen Farbe und Musterung geben. Das Hemd wird immer stärker – man(n) trägt wieder Hemd in allen Variationen, Materialien und Farben. Ich bin gespannt! Und auch Leipzig kann gespannt sein.

 

Wird es Label-Neuzugänge geben?

Ja, wir haben wieder Label-Neuzugänge. Ich möchte aber nicht zu viel verraten. Es seien nur zwei genannt: Libertine-Libertine und Our Legacy.

 

Zum vergangenen Designer's Open fand eure dritte Contemporary Apparel Show im Westwerk statt. War sie komplett in Eigenregie organisiert? Wie aufwendig war das Ganze?

Nach der ersten Show 2011, die auch im Rahmen des Designer's Open bei uns hinter dem Shop im Backyard stattfand und der zweiten Anfang Mai diesen Jahres im und am Elipamanoke im Leipziger Westen, fand die dritte dann im Westwerk / Westpol a.i.r. Space statt. Die ganze Show war in Eigenregie organisiert und ich hatte glücklicherweise tatkräftige Unterstützung von Freunden und Bekannten. Wie Devon Miles, der uns schon immer als VJ unterstützt sowie Anett, die für das perfekte Make-Up sorgt und Robert für den Hair-Style. Nicht vergessen möchte ich dabei unsere Models, die das alles als Freunde und Bekannte machen und keine Profis sind, dabei aber wie Profis wirken. Das war bis jetzt die aufwendigste Show, die ich gemacht habe, allein durch die Installation von Sebastian Bestier. In der Show stecken vier Monate Planungs- und Arbeitsleistung. Ich war ziemlich am Limit mit der Show, es hat aber wieder sehr viel Spaß gemacht und die Zuschauerzahlen von ca. 500 Personen sprechen für sich.

 

 

 

cottonBox

Welches Feedback habt ihr erhalten?

Ich denke, allen hat die Show gefallen und alle haben etwas für sich mit nach Hause nehmen können. Wir haben fast durchweg positives Feedback bekommen. Es gab aber auch kritische Stimmen und die finde ich genauso gut wie die positiven. Aus der Kritik heraus habe ich dann den Ansporn, die Sachen aus einem anderem Blickwickel zu sehen, zu überdenken und besser und anders zu machen.

 

Ist eine nächste Fashion Show geplant? Und gibt es andere ehrgeizige Pläne für die Zukunft?

Ja, selbstverständlich machen wir wieder eine Show. Geplant ist April / Mai 2013 mit den aktuellen Sommerkollektionen aus der cottonBox. Ich habe auch noch das eine oder andere Special im nächsten Jahr geplant, aber ich verrate nichts. News gibt's wie immer über www.cottonbox.de oder über die beiden Seiten bei Facebook hier und hier.


Was ist dein persönliches Lieblingslabel?

Oh, das ist sehr schwierig. Es gibt einen Designer, den ich sehr inspirierend finde und der bis jetzt immer sehr gute Kollektion gemacht hat: Henrik Vibskov.

 

 

Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?
Der Tag beginnt bei mir immer mit einem guten Frühstück, wahlweise mit meiner Tochter zusammen, und dann geht es ab ins Büro, wo die administrative Arbeit gemacht wird. Ab 14:00 Uhr öffne ich den Shop, wo ich dann bis 20:00 Uhr für unsere Kunden da bin. Wenn ich meine Tochter habe und dann nachmittags von der Kita abhole, sind Linda und Markus im Shop für unsere Kunden da. Das Abendprogramm geht von Couchen bis mit Freunden treffen.

 

Was ist dein Lieblings-Spot in Leipzig?

Da gibt es viele. Die jetzt alle zu nennen, würde den Rahmen des Interviews sprengen, das geht immer nach Laune und eigenem Befinden.

 

Gibt es etwas, das du den Leipzigern in Sachen Mode mit auf den Weg geben möchtest?

Leipzig ist, so wie es ist, sau cool und experimentierfreudig. Bleibt so und macht weiter so.

 

    AUTHOR:
    LOLA

    Modemädchen durch und durch.

    Minimal Chic und New Sports ist ihr Metier, über Normcore und andere Phänomene der Mode kann sie nickend Romane erzählen und trotz Totalausfall beim Anblick der neuesten Laufstegbilder und Lookbooks ist die Dame nicht auf das Köpfchen gefallen. Lola liebt Kopenhagen und Kafka, hat eine Schwäche für Männermode und Musikhits, ist aber auch für Kunst und Kitsch zu haben.